Schwimmbad: Nach dem Minister ist der Landrat dran

Wer das Schwimmen in den Schulen ermöglichen will, muss entweder eigene Schulschwimmbäder bauen – was unwirtschaftlich wäre – oder sich in vorhandene Bäder einkaufen. Der Hochtaunuskreis ist Schulträger und trägt seit jeher nichts zu den Investitionskosten für das Oberurseler Schwimmbad bei. Er zahlt pro Jahr lediglich 30.000 Euro für Eintrittsgelder von Schülerinnen und Schülern aus 22 Schulen. Das ist zu wenig. Der Hochtaunuskreis investiert kräftig in Schulturnhallen und unterhält ein eigenes Schwimmbad in Usingen. Das ist eine Hinterlassenschaft aus der Selbstständigkeit des Usinger Kreises vor 1972. Aber was ist mit Oberursel?
Rechtzeitig zur Kommunalwahl hat Innenminister Boris Rhein jetzt einen Obulus des Landes von 1,3 Millionen Euro für das Oberurseler Hallenbad abgeliefert. Wann kommt der Landrat? Mit einer kräftigen Summe würde sich der Schulträger auch den Altkönigsportplatz für den Schulsport erhalten. Denn Sport findet nicht nur in Hallen statt. Oft auch im Freien.

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Oh, noch ein Stier!

Erstmals können die Wählerinnen und Wähler im Hochtaunuskreis das Sternzeichen von Kandidatinnen und Kandidaten in Ihre Wahlentscheidung einbeziehen: Der CDU-Kreisverband veröffentlichte in seinem Wahlprospekt zur Kommunalwahl, unter welchem Sternzeichen Bewerberinnen und Bewerber geboren sind.

Man fragt sich natürlich, ob dieser spektakulären Wahlkampf-Neuerung bisher geheime, besonders raffinierte tiefenpsychologische Erkenntnisse zu Grunde liegen: Oh, auch ein Stier wie ich, den kann ich wählen!

Obwohl offensichtlich Millionen täglich ihr Horoskop lesen, überrascht diese neue Art, sich zu outen. Von der Partei mit dem C im Namen hätte man bisher doch eher vermutet, dass hier Gottvertrauen höher steht als der Hinweis auf die Sterne und eine zum Beispiel eine Angabe über die Mitarbeit in der örtlichen Kirchengemeinde bei die Wählerinnen und Wählern zu Erkenntnisgewinn führen könnte.

Und: Interessanterweise fehlen in dem Prospekt die Sternzeichen-Angaben zu den beiden führenden CDU-Repräsentanten: dem alten und dem neuen Landrat. Das spornt an, selbst zu recherchieren: Alt-Landrat Jürgen Banzer ist Widder und Neu-Landrat Ulrich Krebs ist Zwilling. Aber ob die CDU dieses Gespann vorher auf astrologische Verträglichkeit geprüft hat, entzieht sich unserer Kenntnis, obwohl sich viele politisch Interessierte im Hochtaunuskreis diese Frage schon öfter gestellt haben dürften.

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UBG Kronberg unterstützt FWG Hochtaunus – und umgekehrt

Die Unabhängige Bürgergemeinschaft Kronberg (UBG) hat am vergangenen Samstag ihre Unterstützung für die FWG Hochtaunus erklärt. Damit ergibt sich endlich auch für Freie Wähler in Kronberg die Möglichkeit, die kommunalen Interessen der Stadt im Kreis zu vertreten und in den Kreistag einzubringen. Zwar kommt die Zusammenarbeit für einen Platz von UBG-Vertretern auf der Liste der Hochtaunus-FWG zu spät. Doch sind die nach dem 27. März gewählten FWG-Kreistagsabgeordneten durch die angekündigte Zusammenarbeit in der Lage, sich stärker für Kronberger Belange einzusetzen.

Lesen Sie hierzu auch den Bericht in der Taunuszeitung. Kleine Korrektur zum Artikel: Dr. Christoph Müllerleile ist nicht Fraktionsvorsitzender der FWG im Kreistag, sondern FWG-Kreistagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der Hochtaunus.FWG.

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FWG kämpft weiter für Entlastung PPR-Kreuzung

Hochtaunuskreis/Bad Homburg.- Eine bedauerliche Kirchturmspolitik haben die Freien Wäh-ler des Hochtaunuskreises den politischen Gremien in Bad Homburg bei der Verkehrsentlastung der PPR-Kreuzung vorgeworfen. “Seit Jahren werden die Forderungen und Kostenschätzungen immer höher geschraubt und durch eigene Baumaßnahmen vollendete Tatsachen geschaffen, um eine große Lösung zu verhindern,” erklärte FWG-Spezialist für Stadtplanung und Bauwesen, Robert Hohmann (Friedrichsdorf), am Freitag im Anschluss an eine Fraktionssitzung der FWG Hochtaunus. Zugleich verwarf er die von der Bad Homburger BLB propagierte “Null-Euro-Lösung”, die ein Umlenken des Verkehrs durch das Köpperner Tal zum Ziel hat. Dies entbehre jeglicher technischen Grundlage, denn die Verkehrsströme würden sich nicht wesentlich ändern. Das Köpperner Tal sei schon heute sehr stark belastet.

Es sei für die FWG unverständlich, wieso so viele Jahre verstreichen mussten, ohne dass etwas geschieht. Das Problem der Verkehrsengpässe sei mit der zunehmenden Motorisierung und der Bindung von Kaufkraft und Arbeitsplätzen in den Zentren noch gestiegen und werde weiter steigen. Die FWG wisse sich einig mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt, die zu Recht darauf hingewiesen habe, dass Kommunen, die nicht optimal an das Verkehrssystem angebunden sind, langfristig abgehängt werden. Das gelte nicht nur für die Gemeinden im Usinger Land, sondern auch für Bad Homburg.

Hohmann warf den politischen Gremien in Bad Homburg vor, den Preis für die Verkehrsentlastung der Kreuzung mit inzwischen 105 Millionen Euro in unerreichbare Höhen hinaufgeschraubt zu haben. Diese Kosten könnten weder von der Stadt Homburg noch von den Zuschussgebern getragen werden, und somit seien die Homburger Beschlüsse das Papier nicht wert. Dies sei ein Schlag ins Gesicht für die vielen Pendler aus dem Usinger Land, die auf dem Weg zu ihren Arbeitsplätzen in Bad Homburg und Umgebung auf die PPR-Kreuzung angewiesen seien, aber auch ein Signal für alle, die bisher bevorzugt in Bad Homburg eingekauft hätten.

Hohmann erneuerte den Vorschlag der FWG, statt einer Tunnel- oder Brückenlösung das Wechselspurverfahren ins Auge zu fassen. Je nach Tageszeit könnten bergwärts und talwärts jeweils drei Spuren für den Verkehr in eine Richtung und eine für den Verkehr in Gegenrichtung freigegeben werden. Dieses Verfahren habe sich sowohl in städtischen als auch in ländlichen Bereichen bewährt, wo Tunnel oder Brücken zu teuer oder baulich nicht zu verwirklichen gewesen seien.

Hier Artikel in der “Taunuszeitung” dazu lesen.

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Öffentliche-Private Partnerschaften haben viele Vorteile

Hochtaunuskreis/Oberursel (02.02.2011). – “PPP – Fluch oder Segen?” war das Thema einer gut besuchten Informationsveranstaltung der Freien Wähler Hochtaunus (FWG) am 2. Februar im Foyer der Oberurseler Stadthalle. Peter Walter, ehemaliger Landrat des Kreises Offenbach, als Experte der öffentlichen Hand und Dr. Andreas Iding von Goldbeck Public Partner in Bielefeld für die Privatunternehmen setzten sich in engagierten Plädoyers für die partnerschaftliche Zusammenarbeit ein und nannten zahlreiche erfolgreiche Beispiele. Die Diskussion war lebhaft.

Befürworter und Gegner von PPP waren reichlich erschienen, als Dr. Christoph Müllerleile für die FWG Hochtaunus die Veranstaltung eröffnete. Es gehe der FWG darum, angesichts der Finanzmisere des Hochtaunuskreises und seiner Gemeinden Alternativen aufzuzeigen und dabei auch die Vor- und Nachteile der Öffentlichen-Privaten Partnerschaften zu erörtern. Peter Walter, der inzwischen Vorsitzender des Vereins Public Private Partnership in Hessen und Thüringen ist und mit der Geschäftsführerin Doris Reitz-Bogdoll gekommen war, berichtete als Pionier des größten PPP-Projektes in Deutschland über die Vorteile der Instandsetzung und des Neubaus von 90 Schulen und von zehn Turnhallen im Landkreis Offenbach durch die privaten Partner Hochtief und SKE, die dem Kreis im Vergleich zu Kosten, die ihnen durch konventionelle Bauausführungen entstanden wären, 180 Mio. Euro erspart hätten. Die Privatisierungen der Krankenhäuser in Langen und Seligenstadt habe beide Gesundheitseinrichtungen praktisch vor dem Aus bewahrt.

Dr. Andreas Iding verwies auf eine ganze Reihe von seiner Firma durchgeführte PPP-Projekte und wehrte sich dabei gegen Vorurteile, dass PPP letztlich teurer sei als die konventionellen Bau- und Betriebsformen der öffentlichen Hand. PPP habe nichts zu tun mit Cross-Border-Leasing oder Mietkauf, mit denen es immer wieder in Zusammenhang gebracht werde. Es sei nicht einmal so, dass private Partner wie Goldbeck als Investoren mit eigenem Geld aufträten. Die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand ermögliche es der Firma, Kredite zu den für Kommunen üblichen günstigen Konditionen zu bekommen. Bei Planungen, Errichtungen und Betrieb öffentlicher Gebäude hätten die Partner volle Transparenz über die für die Dauer der Vertragszeit von 25 bis 30 Jahren zu erwartenden Bau- und Betriebskosten. Fast alle Verträge seien der Öffentlichkeit zugänglich, was bei sonstigen Bauten der öffentlichen Hand selten der Fall sei.

Walter und Iding machten deutlich, dass die meisten Mitarbeiter, die aufgrund von PPP-Projekten vom öffentlichen in den privaten Dienst wechseln müssten, mit ihrem neuen Arbeitsplatz und den Tarifen zufriedener seien als mit den bisherigen. Die Furcht um Arbeitsplätze sei unbegründet. Kostengenauigkeit, Termintreue und hohe bauliche Qualität seien die Grundlage für heutiges PPP. Gut ausgehandelt Verträge blieben außerdem so flexibel, dass die Gebäude der Zeit angepasst werden könnten, etwa Schulen neueren pädagogischen Konzepten. Es seien keineswegs die armen Gemeinden, die heute PPP bevorzugen, sondern zum Teil recht wohlhabende, die sich Haushaltsspielräume offenhalten und zusätzliche Investitionen ermöglichen wollten.

Diskussionsredner wiesen auf die Risiken des PPP für die öffentliche Hand hin, etwa mangelnde Flexibilität in der Nutzung der Immobilien, mögliche Insolvenz privater Partner oder neue Managementstrukturen und ungeplante Konjunkturverläufe während der langen Partnerschaft. Der Schulleiter einer Frankfurter Berufsschule berichtete von schlechten Erfahrungen mit früheren PPP-Projekten, die noch nicht die Flexibilität, von der heute die Rede sei, aufwiesen. FWG-Fraktionsvorsitzender Hellwig Herber wies darauf hin, dass die Neubauten der Kreiskrankenhäuser in Bad Homburg und Usingen in öffentlicher-privater Partnerschaft entstehen sollen und den politischen Gremien des Kreises schwierige Entscheidungen bevorstehen.

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Was bringt PPP beim Krankenhausbau?

Die FWG-Kreistagsfraktion führte am 31. Januar 2011 im Verwaltungsgebäude der Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg ein Gespräch über das PPP-Neubauprojekt der Hochtaunus-Kliniken gGmbH. Viele Zweifel wurden usgeräumt, einige blieben. Mit PPP kann man günstiger bauen als über das Hochbauamt des Kreises, weil die Hochtaunus-Kliniken bzw. ein Partner einen Generalunternehmer mit der Erbringung der Bauleistungen beauftragen können, während der Kreis und seine Tochter Hochtaunus-Kliniken jede Bauleistung einzeln ausschreiben müssten. Auch würden die Gebäude im Eigentum der Hochtaunus-Kliniken bleiben und nicht erst nach Ende der 25-jährigen PPP-Vertragslaufzeit in das Eigentum des Kreises übergehen. Die wichtigste Frage ist allerdings, wie der private Partner nach 25 Jahren aussieht angesichts ständiger Fusionen, Insolvenzen, Schwerpunktverlagerungen, Innovationen, Vorstandswechsel.

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Adolf-Reichwein-Schule Sofortmaßnahmen gefordert

Die FWG-Fraktion im Kreistag hatte zur Sanierung der Adolf-Reichwein-Schule Neu-Anspach für die Kreistagssitzung am 7. Februar 2011 folgenden Antrag gestellt: “Der Kreisausschuss wird beauftragt, noch in dieser Wahlzeit auf einer Sondersitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Freizeit und – sofern eine solche noch stattfindet – regulären Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung, Verkehr und Umwelt ein Konzept für die rasche Beseitigung der die Gesundheit beeinträchtigenden Mängel der Containernutzung durch die Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach und für einen vorgezogenen Baubeginn der Neuerrichtung von Klassenräumen zur Beendigung der provisorischen Containerlösungen vorzulegen.”

Begründung: Ein neues Gutachten bestätigt, dass zumindest in einem der von der Adolf-Reichwein-Schule genutzten Container gesundheitlicher Beeinträchtigung der Schülerinnen und Schüler und der Lehrerinnen und Lehrer durch erhöhte Formaldehyd-Konzentration nicht auszuschließen ist. In allen Containern ist regulärer Unterricht durch Schimmelbildung und unangenehme Gerüche beeinträchtigt. Einer Auslagerung des Unterrichts an andere Schulen sind organisatorische Grenzen gesetzt. Da es womöglich andere Möglichkeiten für Sofortmaßnahmen gibt, die aber aus politischen Gründen nicht umgesetzt werden können, ist es wichtig, dass alle Fraktionen des Kreistags die Kreisverwaltung bei der Suche nach nachhaltigen Sofortmaßnahmen unterstützen.

Der Antrag wurde am 19. Januar gestellt. Am 24. Januar berichtet Landrat Ulrich Krebs von Sofortmaßnahmen an der ARS, die den Antrag praktisch hinfällig machten. Trotzdem blieb die FWG bei ihrem Antrag, um ihr Anliegen der baldigen Beseitigung der Provisorien und des Abschlusses der Neu- und Umbaumaßnahmen zu unterstreichen. Erwartungsgemäß erklärten im Kreistag am 7. Februar 2011 fast alle Kreistagsabgeordneten bis auf die der FWG den FWG-Antrag für erledigt.

Zur Situation der Adolf-Reichwein-Schule führte Landrat Ulrich Krebs bei der Sitzung des Schulausschusses am 24. Januar folgendes aus:

Herr Landrat Ulrich Krebs berichtet über die Ergebnisse der lufthygienischen und mikrobiologischen Schadstoffuntersuchungen in den Räumen der Adolf-Reichwein-Schule. Die Berichte liegen den Mitgliedern des Ausschusses vor.
Die Schulleiterin Frau Huttenlocher-Blunck sowie der Elternbeirat wurden umgehend über das Ergebnis informiert. Das Sozialministerium ist in die Sachlage eingebunden.
Als Fazit ist festzuhalten, dass keine Gesundheitsgefährdung besteht.
Die ohnehin vorgesehene Renovierung des Gebäudeteils B wird nun schnell umgesetzt, die Aufträge zum Austausch des alten Bodenbelags sind bereits erteilt.
Generell wird eine gründliche und vermehrte Lüftung aller Klassenräume mit der Schule verabredet. Zur Unterstützung hat der Hochtaunuskreis bereits ein C02 -Messgerät angeschafft.
Der von der Schule bereits nicht mehr genutzte Gebäudeteil F bleibt geschlossen und wird vom Hochtaunuskreis abgerissen. Damit geht der Hochtaunuskreis über die Forderungen des TÜV hinaus, der lediglich eine Bauteilöffnung empfiehlt.
Sollte es unter haushaltsrechtlichen Aspekten möglich sein, könnte ein weiterer Bauabschnitt nach der Fertigstellung der Sporthalle im Haushalt 2012 veranschlagt werden.
Frau Pfäfflin fragt nach, worauf sich die Grenzwerte beziehen. Handelt es sich um spezielle Werte, die extra für Schüler und Schülerinnen gelten oder sind dies allgemeine Grenzwerte? Herr Dr. Bornhofen, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Gesundheit, sagt zu, diese Angaben für das Protokoll nachzuliefern (Anlage 1).
Im Verlauf der anschließenden Diskussion geht der stellvertretende Leiter des Fachbereichs Hochbau, Herr Kotyrba, auf die von den Firmen verwendeten Materialen und insbesondere Kleber ein, die selbstverständlich gesetzlich zugelassen sein müssen. Gerüche gehen grundsätzlich von fast allen Materialen aus, die aber nach einer Weile verfliegen. Diese haben aber keine gesundheitlichen Auswirkungen.
Die von Herrn Dr. Müllerleile aufgeworfene Frage zur Lebensdauer von Containern kann nicht konkret beantwortet werden. Grundsätzlich ist die Nutzung von Containern 10-15 Jahre, bei einigen sogar darüber hinaus, möglich.

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